Narrengilde Glatt e.V.
Presse 2011
Zur traditionellen Fasnetseröffnung der Narrengilde Glatt am Dreikönigstag in die Narrenstube zu gelangen, war eine größere Herausforderung an die Rutsch- und Standfestigkeit der Narren, Eisregen machte ein sicheres Ankommen fast unmöglich. Vielleicht fand sich deshalb nur eine kleine Zahl der rund 100 Aktiven dort ein. Gildenmeister Denis Walz erklärte seinen Narren die Zaubernacht, der Dreikönigstag, die zwölfte Nacht nach Weihnachten, als die letzte Nacht der Rauhnächte. In dieser Nacht konnten die Tiere sprechen, Wotan brauste mit seinem Totenheer durch die Luft und das Wasser erhielt eine besondere Heilkraft. Mit viel Lärm wollten die Menschen das Gras aufwecken und den Schnee vertreiben. Es war eine innere Sehnsucht der Menschen nach Erlösung von der unerbittlichen Gewalt des Winters, in dem Hunger und Kälte den Lebens- Rhythmus bestimmten. Percha, eine der alten Naturgöttinnen, war mütterliche Beschützerin oder gefährliche Person, die Mägde und Kinder erschrecken sollte. "In unserer Zeit hat die Fasnet ihren ursprünglichen Sinn verloren, wenn es uns friert, drehen wir die Heizung auf und wenn wir Hunger haben, gehen wir an den Kühlschrank.“ sagt Walz. Niemand springt mehr am Dreikönigstag mit furchterregenden Gebärden herum und will den Winter vertreiben. Trotzdem hat sich das Maskenabstauben als Brauchtum im Schwäbisch-Alemannischen Raum erhalten, mit dem Abstauben beginnt für die Maskenträger die Fasnet und das Häs wird zum Tragen freigegeben.
Nacheinander holt Walz den „Habermarkenstupfer“, den „Pechkrecht“ und den Flößer aus einem staubigen Korb und haucht ihnen dadurch wieder Leben ein. Als neuen Flößer begrüßt die Narrengilde Sven Hauser, der zünftig getauft wird. In einem Zuber mit Eiswasser stehend, wird er von Gildenmeister Walz mit reichlich Zitrone gefüttert und mit Narrenschmalz eingerieben. Vitamine helfen bekanntlich gegen eine Erkältung, die er sich sonst unweigerlich zuziehen würde. Mit den Narrenrufen wurde lautstark die Närrische Zeit eingeläutet und mit reichlich Narren-Erbseneintopf eine gute Grundlage für die lange Saison gelegt.
Zwei Abende mit Fasnet und Feiern
Sulz-Glatt. Zwei Tage Narrentreiben und Fasnetfeiern haben die Glatter jetzt hinter sich. Zahlreiche Zünfte besuchten die Brauchtumsabende im Wasserschloss. Den Startschuss am Freitagabend gaben die Gastgeber mit ihrem Zunftmeister Denis Walz. Nach ihrem Einmarsch und dem Narrentanz der Habermarken-Stupfer wurden die Häs der Zunft vorgestellt. Zum Abschluss begeisterten die Glattal-Flößer mit ihrem Flößertanz. Danach folgte die Zunft- und Häsvorstellung der Narrenzünfte Eutingen und Dettingen. Eutingen stellte ihre Bären vor, Dettingen präsentierte das Häs der Köhlergruppe. Unter der Begleitung der Guggenmusikgruppe "Kandldabber" marschierte die Narrenzunft aus Betra ein. Zu ihren Narrenfiguren zählen die Kea-Schmecker, die
Neckarflößer und die Burgstallhexen. Anschließend sorgten die "Kandldabber" mit Musik "mit Hand und Fuß" für tolle Stimmung. Als letzte Zunft betrat die Zunft aus Alpirsbach die Bühne. Mit ihrer Garde, den Bettel-Männle, dem Köhler, den Glasbergbutz, dem Mühlen-Hansel und dem Fanfarenzug war Alpirsbach die größte Zunft an diesem Abend. Zwischen allen Auftritten sorgte das "Starzach Duo" für Unterhaltung.
Am Samstag besuchten die Zünfte Aichhalden, Leinstetten, Schiltach und die Grünmettstetter Steinachhexen den Glatter Brauchtumsabend. Leinstetten führte den Bärentanz vor, und die Grünmettstetter Steinachhexen präsentierten ihren Hexentanz. Die 350 Besucher am Freitag und 400 am Samstag feierten auch nach dem Programm noch ausgelassen bis in den Morgen und tanzten zu den Klängen des "Starzach Duos".
Die Glatter Habermarken-
Stupferpräsentierten sich
beim Brauchtumsabend im
Wasserschloss
Spiegelglatt – Glatt – einfach nur rutschig
Alles Schellen und Rufen der Glatter Narren brachte nichts: Ortsvorsteher Helmut Fleiner wollte den Rathausschlüssel partout nicht aus der Hand geben.
Erst nachdem vier Glatter Schlosshexen das Rathaus gestürmt hatten und den Ortsvorsteher zur Anklage auf den Rathausvorplatz brachten, gab sich Fleiner geschlagen. Dort musste er den Narren Rede und Antwort stehen. Aufgefallen war der Zunft der schlechte Winterdienst. Der ein oder andere sei da schon des Öfteren ins Rutschen gekommen, monierte Gildemeister Denis Walz. Ein besonderer Dorn im Auge war den Narren die Preiserhöhung des Kursaales. "Bei diesen Preisen müssen wir Narren ja bald eine Vereinshalle bauen", schimpfte Walz. Fleiner jedoch wies alle Schuld von sich. Die 20 Prozent Erhöhung könne man durch eine gute Fasnet mit vielen Besuchern decken, lautete sein Tipp. Die Schlüssel gab er dennoch ab.
Zum Schluss wurde zu den Klängen des Narrenmarsches die Narrenfahne gehisst, die signalisiert, dass auch in Glatt nun die Narren bis Aschermittwoch das Sagen haben.
Widerstand zwecklos
Helmut Fleiner überlässt Narren das Feld
Narrenpolonaise auf dem Schlossplatz
Mit dem Umzug durch den Ortskern erreicht die Glatter Fasnet ihren Höhepunkt
Sulz-Glatt. Klein aber fein war der traditionelle Fasnetsumzug in Glatt. Bei frostigen Temperaturen, aber trockenem Wetterhatten sich auf dem Schlossplatzetliche Zuschauer eingefunden, die bei Glühwein und Fasnetssongs aus der Dose auf die Narren warteten.
Neben der Narrengilde und den Schlosshexen aus Glatt waren auch die Schnecken aus Bettenhausen als Gäste dabei. Angeführt wurde der Umzug vom Glatter Gilderat und Musikverein.
Ihnen folgten die Habermarkenstupfer und Pechkneachte, die gerne ihre Süßigkeiten unter das närrische Volk brachten.Vor allem die zahlreichen Kinderam Straßenrand freuten sich über das Süße.
Die Glatttal-Flößer hatten auf ihrem Wagen richtig eingeheizt. Dicker Rauch quoll unter dem Kessel hervor. Ihren Wagen hatten die Schlosshexen im Schlepptau in den so manches Opfer entführt und mit etwas Hochprozentigem aufgemuntert wurde.
Zwei Hexen zeigten sich nach der langen Fasnet etwas laufmüde. Sie waren auf einem Bobbycar und einem Pocketroller unterwegs. Unter den Klängen des Musikvereins entwickelte sich auf dem Schlossplatz dann ein munteres Treiben, bei dem die Narren eine Polonaise machten. Anders als im vergangenen Jahr bereicherten diesmal keine Fußgruppen den Umzug
Ein munteres närrisches Treiben herrschte gestern auf dem Glatter
Schlossplatz. Glatter und Bettenhauser Narren nahmen an dem Umzug teil.
Sonne lacht dem Narrensamen zu
Kinderumzug in Glatt mit bunt kostümierten Teilnehmern
Sulz-Glatt (nh). Bei frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein zogen die Glatter Kinder zusammen mit dem Musikverein an der Spitze durch den Ort. Mit dabei waren auch einige Glatttal-Flößer und Habermarkenstupfer. Gleich drei Marge Simpsons begleiteten den Kinderumzug. Mit ihren blauen Perücken bereicherten die Frauen vom Häkel- und Strickclub den närrischen Lindwurm. Zusammen mit den Narren machten Cowboys, Ritter, Prinzessinnen oder Feen eine Narrenpolonaise, bevor es in den Kursaal ging, wo neben einigen Programmaufführungen auch ein Kinder-Habermarkenstupfer verlost wurde. Am Abend wurde in Glatt die Fasnet verbrannt. Unter den Klängen des Narrenmarsches verschloss Gildemeister Denis Walz (Fehler in der Presse: Es war der Vize-Gildemeister Michael Krauter) das Narrenhäs.
Gestern durften in Glatt die Kinder närrisch sein.
Lange Fasnet lässt die Buskosten rapide steigen
Narrengilde Glatt zieht trotzdem positive Bilanz / Treue Mitglieder ausgezeichnet
Von Dieter Link Sulz-Glatt. Auf ein erfolgreiches Jahr blickte die Narrengilde Glatt in ihrer Hauptversammlung zurück. Die lange Fasnetssaison forderte allerdings von den Habermarken-Stupfern auch ihren Tribut. Die vielen Auswärtstermine verursachten hohe Buskosten und trugen maßgeblich zum Minus in der Kasse bei.
Nur ein kleiner Teil der 129 Mitglieder (88 Aktive und 41 Passive) war zur Hauptversammlung gekommen. Als Höhepunkt und "klasse Ding" bezeichnete Gildemeister Denis Walz in seinem Rückblick den Ausflug in den Erlebnispark Tripsdrill. In bester Erinnerung hatte er das dreitägige Waldgautreffen in Aichhalden. Am meisten hatte es ihm persönlich jedoch beim Narrenball in Wolfenhausen gefallen. Die Halle war fest in Glatter Hand, seine Schützlinge schunkelten Arm in Arm und sangen, was das Zeug hielt. Walz wertete dies als ein Zeichen der guten Kameradschaft. Als positiv bewertete Walz, dass es keine negativen Zwischenfälle wie Schlägereien oder Sachbeschädigungen gegeben habe. Dies sei heutzutage leider nicht immer selbstverständlich.
Kritzelmeisterin Sabine Weikum erinnerte daran, dass der Terminkalender über die fünfte Jahreszeit proppenvoll war. Die längste Fasnetssaison des Jahrhunderts habe selbst den eingefleischtesten Narren zugesetzt. Ein interessantes Zahlenwerk legte Säckelmeister Norbert Beck vor. Am auffälligsten waren die Buskosten in Höhe von 2900 Euro.
Helmut Pfister als stellvertretender Ortsvorsteher bedankte sich bei der Narrengilde für die rege Teilnahme am Ortsgeschehen. Über die Fasnet hatte Obernarr Renate Jäkle genau Buch geführt und verteilte die Sprungbändel für die Teilnahme an den Umzügen. Für zwischenzeitlich 70 Narrensprünge wurde Frank Cmelik, für 80 Narrensprünge Sabine Fischer und für 100 Narrensprünge Caroline Walz ausgezeichnet. Am Umzug in Glatt schlüpften 54 der 88 aktiven Mitglieder in ihr Häs. Die Kasse wird auch im nächsten Jahr wieder von Volker Luz und von Christian Manz geprüft.
Eine Freude war es für Gildemeister Denis Walz, langjährige Mitglieder auszuzeichnen. Für zehnjährige Mitgliedschaft erhielten Jim Hertenberger und Sandra Ott-Luz einen getöpferten Teller mit einem handgemalten Habermarken-Stupfer. Einen getöpferten Teller mit allen Fasnetsfiguren der Narrengilde erhielten für 20-jährige Treue Michael Krauter, Christine Seifer, Thomas Riva, Christian Manz und Margita Getzreiter-Manz. Bereits seit 25 Jahren gehören Anke Knura und Karin Briegel der Gilde an. Sie erhielten einen geschnitzten Holzteller mit den Masken der Habermarken-Stupfer.
Gildemeister Denis Walz (rechts) gratulierte (von links) Thomas Riva, Anke Knura, Michael Krauter, Karin Briegel, Christine Seifer und Margita Getzreiter-Manz.
Von Dieter Link Sulz-Glatt. Rundum zufrieden zeigte sich die Narrengilde Glatt mit dem Besuch bei ihrem "Bayerischen Wochenende". Von Freitag bis Sonntag und damit zeitgleich mit dem "Original", dem Oktoberfest-Auftakt in München, ging es in der Narrenstube des Wasserschlosses zünftig zu.
Angeboten wurden allerlei bayerische Spezialitäten. Auf Live-Musik wurde in diesem Jahr verzichtet. Stattdessen gab es Musik aus der Konserve. Zu den Gästen gesellten sich auch einige Abordnungen von den Waldgauzünften.
Unter den Besuchern gab es manches fesche Madel im Dirndl und gestandene Mannsbilder in Lederhosen zu sehen. Beim Glückrad gab es Wurst, Schokolade sowie einen "Schlotzer" oder einen "Kurzen", je nach Alter des glücklichen Gewinners, zu ergattern.
Gildemeister Denis Walz zeigte sich am Sonntag nach dem Mittagessen bei seinem Fazit "echt zufrieden" und war von dem Besuch über das Wochenende sehr angetan
Zünftiges Ambiente